Familie Raths Fuster

Kernfamilie

Gabriela Fuster Jg. 73

Lehrerin für Hauswirtschaft, textiles und nicht textiles Werken und Zeichnen, Kontaktlehrperson Gesundheit, Familienfrau, Managerin Innendienst und Helferin in allen Lebenslagen


Jürg Raths Fuster, Jg. 69

Bio-Holzbauer, Naturpädagoge Feuervogel, Spielraumplaner Pro Juventute, Manager Betrieb uvm.

Jandru, Jg.97

 

 

Grossmami Raths

Hanny Raths-Anderegg, Jg. 36, pensionierte kauf. Angestellte und Familienfrau, Unterstützerin Innendienst und Kinderbetreuung

Suresh, Jg. 99

 

 

Grosspapi Raths

Ernst Raths-Anderegg, Jg. 34, pensionierter Schreiner Werkstattleiter, Abfallmanager, Helfer im gesamten Aussenbereich

Arjuna JG. 03

 

 

Demeter Fachstudent

Matthias Hollenstein, Jg. 86, absolviert zurzeit sein erstes Praxisjahr für die Ausbildung zum biologisch-dynamischen Landwirt bei uns.

Selvan, JG. 05

 

 

Freiwillige

Ernte- und andere Helfer. Ohne diese helfenden Hände wäre das Brachland nicht möglich.


Werdegang Gabriela

Ich bin mit meiner Familie in Hombrechtikon aufgewachsen, wir verbrachten viel Zeit in der Natur. Wir entdeckten die Umgebung mit Spaziergängen, Wanderungen und Velo fahren.

Meine Grosseltern wohnten in einem grossen alten Bauernhaus mit grosszügiger Umgebung und Garten. Da erlebte ich, wie Holz aufbereitet, der Garten gepflegt und geerntetes Eingemacht wird, viele dieser Tätigkeiten gehören heute zu meinem Alltag.


Während meiner Kinder und Jugendjahre sang ich im Kinderchor Hombrechtikon, ich sammelte verschiedene Erfahrungen mit Auftritten als Chor und mit Musicals.

Nach meiner obligatorischen Schulzeit absolvierte ich ein Zwischenjahr und sammelte Erfahrungen bei einer Bauernfamilie und in einem Heim für geistigbehinderte Menschen.


Anschliessend besuchte ich das Seminar für Handarbeit und Hauswirtschaft in Menzingen. In verschiedenen Fächern konnte ich mein gestalterisches Flair umsetzen.


Heute wende ich dies im Alltag an, sei es beim Arrangieren von Blumen, bei optischen Entscheidungen am Hausbau oder ....

Kurz vor dem Abschluss meiner Ausbildung erwartete ich unser erstes Kind. Die intensive Zeit, meine erste Lehrerstelle und gleichzeitig Mama werden, bewältigte ich nur dank Hilfe meiner Familie und Jürg, der mich prächtig unterstützte indem er 100% Hausmann war.


Nach diesem strengen Jahr gönnten wir uns eine Auszeit von 4 Monaten mit einer kleinen Reise ins Land der 1001 Nächte!

Wieder zu Haus vikarisierte ich ein halbes Jahr an verschiedenen Stellen, bis ich wieder in meiner Heimatgemeinde Hombrechtikon bis heute hängen blieb.

Mein Arbeitspensum konnte ich glücklicherweise immer wieder meinen familiären Bedürfnissen anpassen. Mit 30 Jahren und drei Kindern war für mich die Welt in Ordnung, doch es kam ein Viertes, heute bin ich stolze Mutter von vier temperamentvollen Jungs !

Die Fähigkeit mit Menschen die spezieller sind umzugehen, kann ich zur Zeit an der Schule in Hombrechtikon einfliessen lassen. Einmal wöchentlich unterrichte ich Kochen an einer kleinen Gruppe von Sonderschülern. Seit 2012 bin ich zudem Kontaklehrperson Gesundheit an der Oberstufe.

Ein- bis zweimal jährlich begleite ich Schüler in Klassen- oder Winterspotlager, da ist dann meine Erfahrung als Lagerköchin gefragt.


Mein Sommeralltag ist gut ausgelastet, bleibt mir dann doch noch Zeit, bewege ich mich gerne in der Natur, mit oder ohne Velo oder schwimme über den Egelsee.

Als Winterkind erhole ich mich von den sommerlichen Beerenstrapazen bei Skitouren, Skifahren, Schlitteln und „Schliffschüendlä.“ Ich gehöre zu denjenigen, bei denen der Winter nicht lange genug sein kann...!

 

Werdegang Jürg

Saatzeit:
Neben der Kindergarten-, Primar- und Sekundarschulzeit verbrachte ich schon den Hauptteil meiner Freizeit draussen und interessierte mich für die Zusammenhänge unserer Umgebung. Glücklicherweise ist dieses Interesse durch meinen Mittelstufenlehrer und andere prägende Menschen in meinem Umfeld noch verstärkt worden. Mit 14 Jahren begann ich mit dem Bergsport vor allem Klettern und Skitouren, weil ich „nur“ Alpinskifahren als ausgereizt und unnatürlich empfand. Nach der Schule machte ich eine Lehre als Zimmermann und besuchte die Berufsmittelschule. In dieser Zeit begann ich Gleitschirm zu fliegen und war somit eigentlich jede freie Minute in den Bergen anzutreffen. In dieser Zeit begann ich als Leiter im Kinderbergsteigen; meine ersten Erfahrungen, in der Arbeit mit Kindern. Rückblickend war diese Zeit aber die „materialistischste“ meines Lebens, ich nutzte die Natur als Rummelplatz, um meinen erhöhten Adrenalinspiegel aufrecht zu erhalten. Meine berufliche Zukunft dachte ich mir in dieser Zeit als Architekt und Bergführer. Also sehr rational und klar! Mit 19 Jahren hatte ich einen Knieunfall. Nach diesem Unfall wusste ich nicht auf Anhieb, ob ich für immer eine körperliche Beeinträchtigung haben werde. So wurden meine doch so klaren Pläne durcheinander geworfen und ich machte eine Umschulung zum Bürofachangestellten.

 

Wachstums- und Reifungszeit:

Die darauf folgenden Jahren rackerte ich mich ein Jahr als technischer- Berater und Verkaufssachbearbeiter ab und jobbte als Büro- und Ladenmonteur. Anfang 1994 brach ich von einem Tag auf den andern mit einem One-Way-Ticket nach Indien auf und verbrachte eineinhalb Jahre in Indien und Pakistan. Wo ich die fremden Kulturen reisend, meditierend, trekkend usw. in mich aufsog. Nach meiner Rückkehr machte ich mich 1996 als Storenmonteur selbständig. Die Selbstständigkeit blieb erhalten aber das Tätigkeitsfeld verschob sich in der Folge wieder mehr Richtung Holzbau. Das eigentliche Leben verbrachte ich aber weiterhin am Gleitschirm oder sonst in den Bergen. Bis ...- Ja natürlich bis ich Vater wurde und in der Folge andere Bedürfnisse geweckt wurden. Ich hatte allerdings das Glück, dass ich mich als Hausmann ans

Vaterdasein gewöhnen konnte und wir danach mit unserem ein jährigen Jandru vier Monate nach und in Marokko umher reisten. Zurück in der Schweiz wissend, dass eine Kleinfamilie nicht unser Ding ist, verwurzelten wir uns sofort in meinem angestammten Lebensraum. Das heisst wir bezogen eine Wohnung nur gerade 100 m von meinem Elternhaus und der Traum vom eigenen Paradies wurde immer häufiger. Ich machte mir auch Gedanken über das aufwachsen unserer / der Kinder und meine berufliche Tätigkeit. Was dazu führte, dass ich die Ausbildung zum Naturpädagogen machte und begann Waldspielgruppe zu leiten. Leider verstarb 1999 mein geliebter Bruder und klarste Mitträumer Nick bei einem Unfall in Marokko. Dieser persönliche Rückschlag und das landwirtschaftliche Pachtrecht sorgten dafür, dass wir erst 2004/05 mit der „Träumerei“ beginnen konnten. Also nahm ich mir Planungs- und Vorbereitungszeit für den eigenen Scheunenausbau und sammelte Erfahrung mit der Mondholzerei und dem Lehmbau.

 

Erntezeit:

2005 begann die „Traumernte“ und der Startschuss für unseren Landwirtschaftsbetrieb fiel laut donnernd! Mittlerweile sind jedoch alle Echos verhallt und ich könnte unendlich weiter schreiben und kritisch hinterfragen, aber ich bin – denke ich – einer der versucht seine Träume zu leben!